dorothy

## Rubinrot

Durch die Veröffentlichung der Verfilmung des Romans momentan in aller Munde. Aber worum geht es überhaupt?

Rubinrot ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie. Die 16-jährige Gwendolyn Shepherd ist im Grunde ein ganz normaler Teenie, wäre da nicht ihre etwas schräg geratene und geheimnisumwobene Familie. Was Gwendolyn in der Vergangenheit eher am Rande mitbekam, ist dass innerhalb ihrer Familie ein Zeitreise-Gen weitervererbt wird. Wer dieses Gen bekommt, hat Isaac Newton zu seinen Lebzeiten auf Grundlage von Geburtsdaten errechnet und alle gingen entsprechend davon aus, dass Gwendolyn’s Cousine Charlotte die Genträgerin ist.

Worauf es jedenfalls ankommt, ist dass Gwendolyn, und nicht Charlotte, das Gen geerbt hat. Problem an der Geschichte ist: Charlotte wurde von dem Geheimbund der „Loge des Grafen von St. Germain“ ihr Leben lang auf ihr genetisches Problem und der damit verbundenen Aufgabe vorbereitet – Gwendolyn muss all dies nun ohne Vorkenntnisse lösen.

Wie sollte es anders sein? – Natürlich wird ihr ein schnuckeliger Kerl, Gideon, zur Seite gestellt, der das gleiche genetische Problem hat und mit ihr gemeinsam die Abenteuer bestreitet. Überflüssig zu erwähnen, dass die beiden sich unsterblich ineinander verlieben.

Rubinrot, als Jugendroman, lässt sich an einem entspannten, regnerischen Nachmittag gut lesen. Eine typische, romantische Geschichte, die unsere Frauenherzen zum Erwärmen bringt. Der Schreibstil von Kerstin Gier gefällt mir sehr gut. Sie schreibt so, wie man auch denkt. Folglich kann man sich sehr leicht in Gwendolyn hinein versetzen. Auch wenn Gwendolyn ziemlich naiv wirkt, so überzeugt mich ihr sarkastischer Charme.

Kerstin Gier hat es geschafft, den Charakteren einen realistischen Hauch zu verleihen. Schnell entwickelt der Leser eine Abneigung gegen die hochnäsige Cousine Charlotte. Genauso schnell liebt man die beste Freundin Leslie, für die Art und Weise, wie sie Gwendolyn mit Rat, und in ihrem Falle vor allem mit Tat, zur Seite steht. Die gesamte Familie ist einfach gut dargestellt, von der besenstielartigen Großmutter, zur etwas wirren Tante Maddy.

Als erster Teil der Trilogie schließt dieser meiner Meinung nach relativ abrupt ab. Natürlich ist man so gezwungen, sich möglichst schnell den nächsten Teil „Saphirblau“ zu kaufen.

Um noch mal die Brücke zum Kommentar mit dem Kinofilm zu schlagen.

An alle Mädels, die das Geld fürs Kino noch nicht ausgegeben haben: behaltet es lieber und wartet auf die DVD!

Auch wenn der Film stellenweise ganz gut gemacht ist, hat die gesamte Verfilmung wenig mit dem Buch zu tun. Entsprechend erhält dieser von mir das Prädikat enttäuschend. Einiges wurde gestrichen, aber was viel schlimmer ist: Jede Menge wurde einfach hinzugedichtet.

Ich frage mich regelmäßig, was sich Produzenten und Regisseure dabei denken. Kein Leser kann doch froh über solch gravierende Änderungen sein. Und sind es nicht vor allem die Leser, die sich ins Kino bequemen?

Lediglich das Ende, an dem Gideon Gwendolyn erzählt, dass sie mit oder ohne Magie des Raben etwas ganz besonderes für ihn ist, ist für mich gelungen.

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